Die MCE 2026 machte deutlich, dass Gebäudetechnik heute zunehmend vernetzt gedacht wird. | © Winkler
Ein Besuch auf der MCE (Mostra Convegno Expocomfort), der Messe für Gebäudetechnik, die alle zwei Jahre in Mailand stattfindet, bedeutet Eintauchen in eine Welt voller Technik, ohne die das Leben heute – im privaten wie im öffentlichen Raum – kaum funktionieren würde. Ventile und Rohre, Wasseraufbereitungssysteme, Sanitärprodukte sowie Heiz- und Kühlsysteme füllten das Mailänder Messegelände. Unterteilt in die Bereiche Klima und Kühlung, HLK-Zubehör sowie Wassertechnik, zeigte die Messe ein Produktspektrum, das konsequent auf Energieeffizienz ausgerichtet war. Mit 1.600 Ausstellern aus 48 Ländern und mehr als 120.000 Fachbesuchern konnte die MCE ihre Position als internationale Leitmesse erneut bestätigen. Zu den größten internationalen Akteuren zählten zweifellos Mitsubishi Electric, Panasonic und Samsung. Bei allen drei Unternehmen standen innovative Wärmepumpen im Mittelpunkt, die mit Propan als natürlichem Kältemittel arbeiten und damit bereits den kommenden europäischen Effizienz- und F-Gas-Anforderungen entsprechen.
Spannend waren darüber hinaus Systeme, bei denen unterschiedliche Technologien intelligent miteinander kombiniert werden. Beim italienischen Pelletofenhersteller MCZ, der inzwischen auch im HLK-Bereich präsent ist und erstmals auch Geräte für Luftreinigung und Wärmepumpen zeigte, wurde das digitale System Maestro+ vorgestellt, das unterschiedliche Energiequellen vernetzt und automatisch nach Energiebedarf und klimatischen Bedingungen steuert. So lassen sich kleine Wohnungen ebenso wie größere Gebäude effizient, nachhaltig und wirtschaftlich beheizen und kühlen. Gleichzeitig kann das System auf nachhaltige Weise auch den Bedarf an Strom und Warmwasser abdecken.
Neben dem Klimabereich rückte in diesem Jahr besonders das Element Wasser in den Mittelpunkt. Mit Intelligent Use of Water etablierte die Messe keinen einzelnen Kongress, sondern einen über mehrere Hallen kuratierten Themenschwerpunkt, der Wasseraufbereitung, Pumpentechnologien, Ventile, Sanitärsysteme und Gebäudeeffizienz zusammenführte.
Wasser-Diplomaten
In vier Hallen wurden Unternehmen als sogenannte Water Ambassadors entlang eines thematischen Parcours sichtbar gemacht. Ziel war es, Wasser künftig als strategische Ressource im Gebäudekontext ähnlich relevant zu behandeln wie Energie. Dabei wurde deutlich, auf welch unterschiedliche Weise heute Wasser desinfiziert und aufbereitet werden kann. Beim internationalen Konzern Trojan Technologies, zu dem seit 2025 auch das österreichische Unternehmen Aquafides gehört, werden im Wasser vorhandene Bakterien mithilfe hochentwickelter UV-Lampen eliminiert. Ursprünglich für Kläranlagen entwickelt, ist diese Technologie inzwischen auch für den privaten Einsatz adaptiert worden. Dafür wurden die Filtersysteme überarbeitet und die Installation deutlich vereinfacht. Am Stand des Schweizer Unternehmens Geberit, das seit 2018 erstmals wieder auf der MCE vertreten war, traf ich schließlich auf Vertrautes fürs Badezimmer. Gezeigt wurde dort die Duschrinne CleanLine, die mit optimierter Wasserführung, integriertem Gefälle und herausnehmbarem Kamm-Einsatz punktet. Ergänzt wurde der Auftritt durch die Kollektion Selnova mit linearen Badmöbeln sowie einem neuen WC mit besonders leiser Wirbelspülung. Im Mittelpunkt stand jedoch das Konzept Mastering Water, mit dem Geberit den gesamten Wasserweg im Gebäude – von der Versorgung über die Nutzung bis zum Abfluss – inszenierte. Technisch hervorgehoben wurde dabei FlowFit, ein Versorgungssystem mit strömungsoptimierten Fittings und reduziertem Druckverlust. Wasser war aber nicht nur bei Sanitär- und Aufbereitungsspezialisten präsent, sondern auch in der Klimatechnik. Das italienische Unternehmen Caleffi steht exemplarisch für den sogenannten Hydronic-Bereich, bei dem Wärme oder Kälte über Wasser transportiert und verteilt wird. Vorgestellt wurden unter anderem neue digitale Lösungen zur Wasserqualität, Legionellenkontrolle und Effizienzüberwachung.
Wie umfassend das Thema Wasser im Gebäudekontext gedacht wird, zeigte sich schließlich anhand zahlreicher Ventile und Rohre am Stand von Rubinetterie Bresciane. Präsentiert wurden dort neue Press- und Verbindungssysteme für Trinkwasser- und Heizungsinstallationen, bei denen schnelle Montage und hohe Betriebssicherheit im Vordergrund standen. Besonders betont wurden Lösungen, die Installationszeiten verkürzen und gleichzeitig die Materialeffizienz verbessern.
Fazit
Mein Besuch auf der MCE war für mich wie eine Reise ins Innere unserer Gebäude. Auf einer Messe, deren Themen weit über meinen gewohnten Blick auf Badgestaltung und Sanitär hinausgehen, wurde sichtbar, wie viele technische Systeme im Hintergrund zusammenspielen, damit Komfort im Alltag überhaupt möglich wird. Gerade deshalb war es spannend zu sehen, dass Effizienz heute längst nicht mehr bei einzelnen Produkten endet, sondern sich im Zusammenspiel ganzer Systeme zeigt: in der intelligenten Steuerung von Energieflüssen, in ressourcenschonender Wassertechnik und in Installationslösungen, die Leistung, Nachhaltigkeit und Alltagstauglichkeit miteinander verbinden. Die MCE machte deutlich, dass Gebäudetechnik heute zunehmend vernetzt gedacht wird mit technischer Präzision, Energieeffizienz und langfristiger Ressourcenschonung. Besonders spürbar wurde dabei, dass viele der Antworten auf aktuelle Energiefragen längst vorhanden sind und teilweise bereits konkret umgesetzt werden. Mit dieser Erkenntnis darf man in Sachen Energie also wieder positiv in die Zukunft blicken.
Text: Martina Winkler
