Die zentrale Forderung beider Organisationen lautet: Die Wärmewende benötigt langfristige Planungssicherheit. | © Austria Solar/Der Wilhelmshof
Die in der Budgetrede von Finanzminister Markus Marterbauer angekündigten Änderungen bei den Förderungen für den Heizungstausch stoßen in der Heizungs- und Solarbranche auf Kritik. Zwar begrüßen Vertreter der Wärmewende die geplante Trennung von Fördermitteln für Heizungsmodernisierung und thermische Sanierung, gleichzeitig warnen sie jedoch vor einem Rückschlag beim Ausstieg aus fossilen Energieträgern.
Aus Sicht des Zukunftsforums SHL und von Austria Solar stehen die geplanten Budgetansätze nicht im Einklang mit dem erklärten Ziel, die Abhängigkeit Österreichs von Öl und Gas rasch zu reduzieren.
Weniger Geld für den Heizungstausch
Laut Doppelbudget 2027/28 sollen für den Austausch fossiler Heizsysteme künftig 180 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Gleichzeitig sinkt der Fördersatz von derzeit 30 auf 20 Prozent.
Für das Zukunftsforum SHL ist die Aufteilung der Fördermittel auf getrennte Töpfe für Heizungstausch und thermische Sanierung zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Die Kürzung der Mittel sorge jedoch weiterhin für Unsicherheit.
„Unsere Installateur:innen und ihre Kund:innen brauchen Planungssicherheit, keine Förderpolitik im Jahrestakt“, kritisiert Andreas Rotter, Obmann des Zukunftsforums SHL und stellvertretender Bundesinnungsmeister. „Wer den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme ernst meint, muss verlässliche Rahmenbedingungen schaffen.“
Der Branchenverband verweist darauf, dass die Fördermittel der laufenden Sanierungsoffensive bereits weitgehend ausgeschöpft seien und thermische Sanierungsförderungen seit Februar ausgesetzt wurden.
Austria Solar fordert stärkere Anreize
Auch Austria Solar sieht die angekündigte Reduktion der Förderquote kritisch. Geschäftsführer Roger Hackstock verweist darauf, dass die Bundesregierung selbst die Abhängigkeit von fossilen Energien als zentrales wirtschaftliches Risiko bezeichnet.
„Wenn die Bundesregierung selbst sagt, dass die fossile Abhängigkeit das Grundproblem ist, dann darf der Heizkesseltausch nicht weniger attraktiv werden“, sagt Hackstock. Statt einer Kürzung fordert er eine Aufstockung des Förderbudgets.
Besonders betroffen wäre auch der Solarbonus für Heizungsmodernisierungen, der bei der Kombination eines Heizungstauschs mit Solarwärme-Anlagen gewährt wird.
Forderung nach ordnungspolitischen Maßnahmen
Neben Förderungen sehen beide Organisationen zusätzlichen Handlungsbedarf bei gesetzlichen Rahmenbedingungen. Gerade in Zeiten knapper Budgets könnten regulatorische Maßnahmen Investitionen auslösen, ohne den Staatshaushalt dauerhaft zu belasten.
Austria Solar fordert unter anderem verbindliche Vorgaben für den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen sowie klare Regelungen für die ab 2027 geplante Solarpflicht.
„Klare Regeln, verbindliche Standards und planbare Vorgaben können Investitionen auslösen, ohne den Staatshaushalt dauerhaft zu belasten“, betont Hackstock.
Erneuerbare Wärme als Schlüssel zur Versorgungssicherheit
Ungeachtet der Diskussion um Förderhöhen herrscht in der Branche Einigkeit darüber, dass der Ausbau erneuerbarer Wärme eine zentrale Rolle für die Energieversorgung Österreichs spielt.
Während das Zukunftsforum SHL vor allem auf verlässliche Investitionsbedingungen für die Heizungsmodernisierung verweist, sieht Austria Solar großes Potenzial in der Solarwärme. Laut einer aktuellen Studie des Klima- und Energiefonds könnte diese bis 2040 bis zu 18 Prozent des österreichischen Wärmebedarfs decken.
Die zentrale Forderung beider Organisationen lautet daher: Die Wärmewende benötigt langfristige Planungssicherheit – sowohl bei Förderungen als auch bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen.

