Mit 48 Teilnehmenden entsendet Österreich das größte Team Europas. | © SkillsAustria
Österreich geht mit dem größten europäischen Nationalteam bei den WorldSkills 2026 in Shanghai an den Start. 48 junge Fachkräfte aus allen neun Bundesländern wurden vergangene Woche in der Wirtschaftskammer Österreich offiziell verabschiedet. Von 22. bis 27. September treten sie in 42 Wettbewerbsberufen gegen die internationale Konkurrenz an.
Insgesamt werden rund 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt bei den Berufsweltmeisterschaften erwartet. Austragungsort ist das National Exhibition and Convention Center (NECC) in Shanghai. Das österreichische Team reist bereits am 16. September nach China, um sich vor Wettbewerbsbeginn an die Bedingungen vor Ort zu gewöhnen.
Österreich stellt größtes Team Europas
Mit 48 Teilnehmenden entsendet Österreich nicht nur das größte Team Europas, sondern laut SkillsAustria auch die siebtgrößte Abordnung weltweit. Größere Teams stellen lediglich Gastgeber China, Brasilien, Taiwan, Korea, Japan und Indien.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind Fachkräfte beziehungsweise Absolventinnen und Absolventen berufsbildender Schulen unter 22 Jahren. Für WKÖ-Vizepräsidentin Bettina Dorfer-Pauschenwein repräsentieren sie in Shanghai zugleich das österreichische Ausbildungssystem.
„WorldSkills macht sichtbar, was im Alltag oft viel zu wenig gesehen wird: welche Qualität, welches Wissen und welche enorme Leistung in unseren Fachkräften stecken. Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer fahren nach Shanghai, um sich mit den Besten der Welt zu messen. Gleichzeitig repräsentieren sie dort aber auch die Stärke unseres gesamten Ausbildungssystems und unserer Betriebe“, sagt Dorfer-Pauschenwein.
Berufswettbewerb als Bühne gegen den Fachkräftemangel
Neben dem sportlichen Wettbewerb will SkillsAustria die Veranstaltung nutzen, um die berufliche Ausbildung stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Angesichts des Fachkräftemangels sollen die österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer insbesondere für jüngere Menschen als Vorbilder fungieren.
„WorldSkills zeigt auf eindrucksvolle Weise, welche Begeisterung und Leidenschaft berufliche Bildung auslösen kann“, sagt SkillsAustria-Präsident Josef Herk. Die Weltmeisterschaft sei nicht nur ein Wettbewerb der Besten, „sondern auch eine einzigartige Bühne für die Chancen und Möglichkeiten, die eine berufliche Ausbildung eröffnet.“
Auch SkillsAustria-Geschäftsführer und Teamchef Jürgen Kraft stellt diesen Aspekt in den Vordergrund. „Natürlich wollen wir erfolgreich sein. Aber mindestens genauso wichtig ist, was diese jungen Menschen für die nächste Generation sein können: Vorbilder.“
Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und fehlender Fachkräfte müsse jungen Menschen vermittelt werden, welche Perspektiven eine berufliche Ausbildung bietet. „Wenn sie damit andere junge Menschen für einen Beruf begeistern, ist das ein Erfolg, der weit über jede Medaille hinausgeht“, so Kraft.
237 WorldSkills-Medaillen seit 1961
Österreich kann bei den Berufsweltmeisterschaften auf eine lange Erfolgsgeschichte zurückblicken. Seit 1961 nahmen 689 österreichische Fachkräfte teil. In 649 Einzel- und Teambewerben holten sie insgesamt 237 Medaillen – davon 90 Gold-, 69 Silber- und 78 Bronzemedaillen. Hinzu kommen 251 „Medallions for Excellence“ für Leistungen außerhalb der Medaillenränge.
Mehrfach war Österreich bei WorldSkills die erfolgreichste Nation, zuletzt 1999 in Montreal. Auf EU-Ebene erreichte das österreichische Team diesen Status unter anderem 2013 in Leipzig, 2015 in São Paulo und 2019 in Kazan.
Bei den WorldSkills 2024 in Lyon belegte Österreich im Nationenvergleich Rang sechs. Ende September folgt in Shanghai nun die nächste Standortbestimmung für den heimischen Fachkräftenachwuchs.
