Heizkosten senken: Fünf Tipps zum Start der Heizsaison

21.10.2026 | Heizung, Slider

Mit Beginn der Heizsaison rückt der Energieverbrauch in österreichischen Haushalten wieder stärker in den Fokus. Schon kleine Anpassungen beim Heizen und Lüften können Kosten reduzieren, während bei älteren Anlagen eine technische Überprüfung zusätzliche Einsparpotenziale aufzeigen kann.

Die Raumheizung macht laut Austria Email rund 70 Prozent des Energieverbrauchs privater Haushalte aus, weitere elf Prozent entfallen auf die Warmwasserbereitung. Entsprechend groß ist der Einfluss von Heizverhalten und Anlageneffizienz auf die laufenden Energiekosten. Der österreichische Heiztechnikhersteller empfiehlt zum Start der Heizsaison fünf Maßnahmen, mit denen sich unnötiger Energieverbrauch vermeiden lässt.

Dabei unterscheidet das Unternehmen zwischen einfachen Anpassungen, die Haushalte selbst vornehmen können, und technischen Optimierungen durch Fachbetriebe.

1. Heizkörper reinigen und Wärmeabgabe verbessern

Staub und Flusen auf Heizkörpern können die Wärmeabgabe beeinträchtigen. Vor Beginn der Heizperiode empfiehlt es sich deshalb, die Heizflächen gründlich zu reinigen.
Ebenso wichtig ist eine ungehinderte Wärmeverteilung im Raum. Möbel sollten nicht unmittelbar vor Heizkörpern stehen. Austria Email empfiehlt einen Abstand von mindestens 30 Zentimetern. Auch lange Vorhänge, die Heizkörper verdecken, können die Wärmeabgabe behindern.

2. Raumtemperaturen bedarfsgerecht einstellen

Eine der wirksamsten Möglichkeiten zur Senkung des Heizenergiebedarfs ist die Anpassung der Raumtemperatur. Als Faustregel gilt: Wird die Temperatur um ein Grad Celsius reduziert, kann der Heizenergiebedarf um rund sechs Prozent sinken.
Für Wohnräume nennt Austria Email einen Richtwert von etwa 20 Grad Celsius, für Schlafzimmer rund 18 Grad. In wenig genutzten Räumen können etwa 16 Grad ausreichen.
Bei längerer Abwesenheit empfiehlt der Hersteller, die Raumtemperatur moderat abzusenken. Eine Reduktion um etwa drei Grad kann sinnvoll sein. Wie stark die Temperatur tatsächlich abgesenkt werden sollte, hängt allerdings von der Gebäudehülle, dem Heizsystem und der Dauer der Abwesenheit ab.

3. Stoßlüften statt dauerhaft gekippter Fenster

Auch das Lüftungsverhalten beeinflusst den Heizenergieverbrauch. Dauerhaft gekippte Fenster führen während der Heizperiode zu kontinuierlichen Wärmeverlusten.
Effizienter ist es in vielen Fällen, die Fenster mehrmals täglich für einige Minuten vollständig zu öffnen. So lässt sich verbrauchte Raumluft austauschen, ohne dass Wände und Möbel übermäßig auskühlen.
Wie häufig und lange gelüftet werden sollte, hängt unter anderem von der Außentemperatur, der Feuchtebelastung und der Nutzung der Räume ab. Bei vorhandenen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung gelten andere Voraussetzungen.

4. Heizungsanlage warten und hydraulisch optimieren

Neben dem Heizverhalten spielt der technische Zustand der Anlage eine wesentliche Rolle. Austria Email empfiehlt deshalb eine regelmäßige Überprüfung durch einen Fachinstallateur. Dazu gehören die Kontrolle des Anlagendrucks, das Entlüften von Heizkörpern bei Bedarf sowie die Inspektion auf mögliche Leckagen, Korrosion und Funktionsstörungen.

Ein weiterer Ansatz ist der hydraulische Abgleich. Dabei werden Pumpen und Ventile so eingestellt, dass die Heizflächen entsprechend ihrem tatsächlichen Wärmebedarf mit Heizwasser versorgt werden. Das kann die Wärmeverteilung verbessern und den Energieverbrauch reduzieren.

Auch der Austausch ineffizienter Heizungspumpen kann sich lohnen. Für bestimmte Optimierungsmaßnahmen stehen je nach Bundesland Förderungen zur Verfügung.

5. Heizungssteuerung an den tatsächlichen Bedarf anpassen

Digitale Thermostate und intelligente Regelungssysteme können helfen, Räume bedarfsgerecht zu beheizen. Sie ermöglichen beispielsweise zeitabhängige Temperaturprofile und eine automatische Absenkung während der Nacht oder bei Abwesenheit.
Weitergehende Smart-Home-Systeme können zusätzliche Funktionen wie Fenstererkennung, Einzelraumregelung oder die Einbindung automatisierter Beschattung übernehmen.
Wie groß die tatsächlichen Einsparungen ausfallen, hängt unter anderem vom bisherigen Heizverhalten und der vorhandenen Regelungstechnik ab. Entscheidend ist, dass die Einstellungen auf Gebäude und Heizsystem abgestimmt sind.

Wann sich ein Heizungstausch lohnt

Bei älteren Heizungsanlagen kann die jährliche Wartung auch Anlass sein, über eine umfassendere Modernisierung nachzudenken. Austria Email verweist dabei insbesondere auf den Umstieg von Öl- und Gasheizungen auf Wärmepumpen.
Neben einem vollständigen Heizungstausch kommen auch einzelne Maßnahmen infrage, etwa der Austausch eines veralteten Warmwasserspeichers oder der Einbau einer Brauchwasserwärmepumpe.

Nach Angaben des Herstellers können die jährlichen Energiekosten durch einen Wärmepumpenumstieg gegenüber einer bestehenden Öl- oder Gasheizung unter günstigen Voraussetzungen um bis zu 1.500 Euro sinken. Dieser Wert ist jedoch keine allgemeingültige Einsparprognose. Ausschlaggebend sind unter anderem der energetische Zustand des Gebäudes, die erforderlichen Vorlauftemperaturen, die Dimensionierung der Anlage und die Energiepreise.

Vor einer Investitionsentscheidung empfiehlt sich daher eine fachliche Prüfung des bestehenden Heizsystems. Dabei sollten auch die mögliche Einbindung einer Photovoltaikanlage sowie verfügbare Förderungen berücksichtigt werden.

Neue Fördermittel für den Heizungstausch ab November

Für den Heizungstausch sind laut Austria Email im Fördertopf für 2027 insgesamt 179 Millionen Euro vorgesehen. Anträge sollen bereits ab dem 2. November 2026 wieder möglich sein.

Informationen zu Förderbedingungen und Antragstellung bietet die offizielle Plattform sanierungsoffensive.gv.at.

Für Haushalte bedeutet das: Kurzfristig lassen sich Heizkosten vor allem durch angepasste Raumtemperaturen, richtiges Lüften und eine funktionierende Heizungsregelung beeinflussen. Bei älteren Anlagen können Wartung, hydraulische Optimierung und gegebenenfalls ein Heizungstausch zusätzliche Einsparpotenziale erschließen.

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