Die Pellets-Heizzentrale G200 wird vom LKW angeliefert und mittels Kran zum Aufstellplatz verhoben. | © energy4rent
Im 9. Wiener Gemeindebezirk entsteht mit dem MedUni Campus Mariannengasse ein neuer Standort der Medizinischen Universität Wien. Im Jänner 2023 ging das Großbauprojekt in die nächste Phase. Auf einer Fläche von rund 35.000 m² werden am neuen Standort bisher verstreute vorklinische Einrichtungen der MedUni Wien gebündelt. Geplant sind Einrichtungen für Physiologie und Pharmakologie, Anatomie und Zellbiologie, Pathobiochemie und Genetik sowie Medizinische Physik und Biomedizinische Technik. Auch das Institut für Krebsforschung wird hier angesiedelt. Bis zum Studienjahr 2027/2028 sollen rund 2.000 Studierende und 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ihren bisherigen Arbeitsplätzen an den neuen Standort übersiedeln. Im September 2025 lud der Bauleiter des Generalunternehmers Gerstl Bau GmbH das Unternehmen energy4rent ein, ein Angebot für die Beheizung der gesamten Baustelle zu legen. „Nach der ersten Besichtigung war für uns sofort klar, dass diese Aufgabe nur mit Pellets-Anlagen machbar ist, mit denen wir warme Luft erzeugen“, sagt Josef Spath, Geschäftsführer von energy4rent. Die Lufteinbringung in das Gebäude wurde mittels Warmluftschläuchen geplant. „Die Gespräche und unser vorgelegtes Konzept vielen auf fruchtbaren Boden, da schnell klar war, dass es keine Genehmigung für einen Öltank in diesem Teil der Stadt geben wird“, so Spath.
Zehn Anlagen, drei Pellet-Silos
Am Beginn stand die genaue Planung. Zu klären waren vor allem: Wo können die Heizgeräte stehen? Wie viele Anlagen sind nötig? Und welche Pelletsilos brauchte es, um sie zuverlässig zu versorgen? Bei mehreren Begehungen und Abstimmungsgesprächen wurden die Standorte festgelegt und die offenen Fragen geklärt. Anfang November 2025 begann dann die Montage. Die Anlagen und das benötigte Material kamen von den energy4rent-Standorten in Brunn am Gebirge und aus der Zentrale in Plainfeld bei Salzburg. Ein Baustellenkran hob die Geräte an ihre vorgesehenen Plätze. Die Techniker installierten sie gemeinsam mit den Kollegen aus der Schweiz. Insgesamt nahmen sie zehn Pelletanlagen und drei Pelletsilos in Betrieb. Danach verlegten sie die Luftschläuche und schlossen die Verbindungen zwischen den Anlagen und den Silos an. Nach einer intensiven Arbeitswoche konnte die Beheizung der Baustelle starten. In Summe lieferten die zehn Anlagen zwei Megawatt Heizleistung. Die warme Luft strömte durch ein Schlauchsystem mit einer Gesamtlänge von mehr als 800 Metern ins Gebäude. So ließ sich die Wärme dorthin bringen, wo sie während der Bauphase gebraucht wurde.

Den Betrieb digital im Blick
Mit der Installation allein war es nicht getan. Das Angebot umfasste auch das laufende Überwachen, das regelmäßige Entleeren der Aschenladen sowie das Kontrollieren und Warten der Anlagen. Dank der digitalen Ausstattung ließ sich ihr Betriebsstatus laufend verfolgen. „Durch den hochgradigen Digitalisierungsgrad unserer Anlagen hatte die Bauherrschaft und wir immer einen Überblick über den aktuellen Status der Anlagen”, sagt Josef Spath. Auch die Pelletversorgung musste mit dem Bauablauf Schritt halten. „Unser Partner organisierte die Befüllungen der Pellet- Silos und stimmte sie mit der Baustellenlogistik ab. Dafür nutzten die Beteiligten unsere Workspace-Plattform”, sagt Spath. Über einen eigenen Zugang konnte auch der Pelletlieferant die relevanten Informationen zum Füllstand abrufen und die Nachlieferung entsprechend planen. So sollte der Brennstoff rechtzeitig verfügbar sein, ohne den Betrieb der Baustelle unnötig zu unterbrechen. Wenn etwas Unvorhergesehenes passierte oder eine kleinere Störung auftrat, stand ein 24/7-Notdienst von energy4rent bereit. Dieser konnte kurzfristig reagieren und bei Bedarf eingreifen. Daneben blieb der regelmäßige Austausch mit der Bauleitung wichtig. Einmal pro Woche stimmten sich die Beteiligten ab, um den Betrieb mit dem Baufortschritt zu koordinieren und einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen.
Pellets statt Heizöl
Am Ende der Heizperiode fiel die Bilanz positiv aus: Zehn Anlagen, drei Pellet-Silos und mehr als 800 Meter Warmluftschläuche sorgten dafür, dass insgesamt 2 Megawatt Wärme im Gebäude ankamen. Das Projekt am MedUni Campus Mariannengasse zeigt, dass sich auch große Baustellen mit Pellets beheizen lassen. Entscheidend ist, die Anlagen passend zum Gebäude zu dimensionieren, ihre Standorte sorgfältig zu wählen und die Brennstoffversorgung von Anfang an mitzudenken. Digitale Überwachung, regelmäßige Wartung und ein erreichbarer Notdienst helfen dabei, den Betrieb auch über längere Bauphasen aufrechtzuerhalten. Damit demonstriert das Projekt, wie sich für die Baustellenbeheizung Alternativen zu Öl und Gas nutzen lassen – auch mit hohem Wärmebedarf mitten in einer Millionenstadt wie Wien. Oder wie Geschäftsführer Josef Spath bilanziert: „Am Ende der Heizperiode hatten wir einen zufriedenen Kunden und einen gelungenen Wechsel zur grünen Energie.”
