Azyklischer Fortschritt nach Plan

05.11.2026 | Branchenmeldungen, Slider

Mit dem Bau eines automatisierten Kleinteilelagers investiert HOLTER weiter in die Modernisierung seiner Logistik. Der „Gelbe“ berichtete. Nun baten wir um Insights zum Baufortschritt sowie zum heurigen Geschäftsjahr und einen Ausblick auf 2027.

Als Gesprächpartner standen Markus Steinbrecher, EMBA, Geschäftsführer von HOLTER sowie Lukas Vormair, BSc, Ressortleitung Logistik bei HOLTER Rede und Antwort:

Wie lange war der Vorlauf bzw. die Planungszeit für das Projekt?

LUKAS VORMAIR: Der HOLTER AutoStore ist kein Projekt, das man aus dem Ärmel schüttelt, sondern ein strategisches Zukunftsprojekt. Von den ersten Überlegungen über die Analyse unserer Logistikprozesse bis zur Detailplanung und dem Spatenstich am 3. August 2026 sind eineinhalb Jahre vergangen. Entscheidend war, eine Lösung zu bauen, die unsere Lieferperformance über Jahre absichert und gleichzeitig Luft für weiteres Wachstum lässt.

Verläuft die Umsetzung der Bauarbeiten bisher nach Plan?

VORMAIR: Derzeit verläuft alles nach Plan. Die Bauzeit ist mit rund zwölf Monaten kalkuliert, die Inbetriebnahme ist für Herbst 2027 vorgesehen und bislang halten wir jeden Meilenstein exakt ein. Bei einem Projekt dieser Größenordnung ist das keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis einer engen Abstimmung aller Beteiligten. Schließlich entstehen eine 1.600 m2 große Halle für das AutoStore sowie mehr als 2.000 m2 Fläche im Untergeschoß und Obergeschoß mit Büros und Sozialräumen.

Was waren die größten Herausforderungen – bei der Umsetzung der Halle, aber auch generell in 2026?

VORMAIR: Die größte Herausforderung bestand darin, sämtliche Abläufe rund um AutoStore neu zu planen. Dazu zählten nicht nur die Prozesse innerhalb der Anlage, sondern auch alle Arbeitsschritte davor und danach. Unser Ziel war es, die Möglichkeiten des neuen Systems bestmöglich zu nutzen. Dafür mussten wir gemeinsam mit externen Partnern und den beteiligten internen Abteilungen ein abgestimmtes Gesamtkonzept entwickeln. Gleichzeitig wird die Halle bei laufendem Betrieb errichtet. Unsere Kund:innen sollen einerseits so wenig wie möglich von der Baustelle und den notwendigen Umstellungen merken, andererseits müssen Verfügbarkeit und Lieferqualität während der gesamten Umsetzung auf demselben hohen Niveau bleiben. In der nächsten Phase konzentrieren wir uns vor allem darauf, unsere Mitarbeiter:innen bei der Umstellung zu begleiten und den Parallelbetrieb der bisherigen und der neuen Abläufe sicher zu organisieren. So schaffen wir die Voraussetzungen, um im Herbst 2027 wie geplant auf den Vollbetrieb umzustellen.

MARKUS STEINBRECHER: Auf Branchenebene war 2026 wieder kein einfaches Jahr: Es wurde nach wie vor zu wenig gebaut, besonders Neubauten schwächeln weiterhin, und das spürt die gesamte Wertschöpfungskette. Bei Sanierungen sehen wir hingegen eine leichte Steigerung. Deutlich negativ hat sich das Auslaufen der Förderung für den Heizkesseltausch ausgewirkt, deshalb verzeichnen wir im Bereich Heizungen den stärksten Rückgang. Gerade in diesem Umfeld haben wir uns bewusst für eine antizyklische Investition entschieden. Während der Markt insgesamt zurückhaltend ist, investieren wir zwölf Millionen Euro in den Ausbau unserer Logistik. Das ist kein Widerspruch, sondern Kalkül: Wer jetzt in Effizienz und Kapazität investiert, ist bei einer Markterholung im Vorteil, statt erst dann nachzuziehen, wenn es alle tun. Dazu kommen branchenweite Themen wie steigende Effizienzanforderungen und die fortschreitende Digitalisierung. Mit dem AutoStore investieren wir genau in diese Bereiche: in effizientere Prozesse, höhere Kapazitäten und eine langfristig starke Lieferperformance.

Sind bereits weitere Projekte geplant?

STEINBRECHER: Wir stehen nie still. Erst im April dieses Jahres haben wir mit der Augasse 11 unser mittlerweile 15. Abholzentrum in Österreich eröffnet, das fünfte allein in Wien. Neben Logistik und Digitalisierung investieren wir laufend in Servicequalität und Prozessoptimierung, um unsere Kund:innen bestmöglich zu unterstützen. Welche konkreten Projekte als Nächstes folgen, kommunizieren wir, sobald die Planungen abgeschlossen sind.

HOLTER ist quasi Platzhirsch auf der Energiesparmesse – können Sie zum Auftritt 2027 bereits etwas verraten?

STEINBRECHER: HOLTER ist seit Jahren der einzige SHK-Großhändler auf der Messe in Wels und mit rund 600 m² in Halle 20 traditionell der größte Aussteller. 2026 konnten wir ein Besucherplus von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen und haben mehr als 2.000 Fachgespräche direkt an unserem Stand geführt. 2027 rückt der Fokus noch stärker auf das Zusammenspiel der Gewerke, und genau das entspricht auch unserem Ansatz: Bad, Wellness, Heizung und Gebäudetechnik nicht getrennt, sondern als vernetztes Gesamtsystem zu denken. Und bei aller Begeisterung für KI und Digitalisierung dürfen wir eines nicht vergessen: miteinander zu reden. Gerade unsere Branche lebt vom persönlichen Austausch zwischen Installateuren, Industrie und Großhandel. Eine Messe ist dafür der perfekte Ort, um sich zu treffen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln.

Haben sich die Herausforderungen im Großhandel in den letzten Jahren verändert – wenn ja, inwiefern?

STEINBRECHER: Ja, deutlich. Produktverfügbarkeit und eine funktionierende Logistik bleiben die Basis. Gleichzeitig sind die Anforderungen an Geschwindigkeit, Digitalisierung sowie Prozessqualität und -kosten enorm gestiegen. Unsere Kund:innen erwarten transparente Informationen, kurze Reaktionszeiten und vor allem einfache, reibungslose Abläufe. Als Großhandel müssen wir deshalb heute weit mehr leisten, als Produkte von A nach B zu bringen. Wir müssen Prozesse für unsere Kund:innen einfacher und effizienter machen.

Was werden aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für Gebäudetechniker in der nahen Zukunft sein?

STEINBRECHER: Die Gebäudetechnik entwickelt sich zunehmend zu einem vernetzten Gesamtsystem. Wärmepumpen, Photovoltaik, Energiemanagement und intelligente Steuerungslösungen müssen optimal aufeinander abgestimmt werden. Das erfordert laufende Weiterbildung und technisches Know-how auf hohem Niveau. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel die größte Baustelle der Branche – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

HOLTER hat zahlreiche Ausstellungen und Abholzentren in Österreich und Deutschland – sind diesbezüglich Erweiterungen geplant?

STEINBRECHER: Die regionale Nähe zu unseren Kund:innen ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie. Deshalb entwickeln wir unser Standortnetz laufend weiter. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele neue Standorte zu eröffnen, sondern dort präsent zu sein, wo es für unsere Kund:innen und für uns sinnvoll ist. Gleichzeitig investieren wir laufend in die Modernisierung und Weiterentwicklung bestehender Ausstellungen und Abholzentren.

Vielen Dank für Ihre Antworten!

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