Der „Leuchtturm“ von Großweikersdorf

07.10.2026 | Installateur des Monats, Slider

Ein Traditionsbetrieb aus Großweikersdorf steht kurz vor seinem 100-jährigen Bestehen – und beweist mit einer neuen Firmenzentrale, wie viel Zukunft in fast einem Jahrhundert Firmengeschichte steckt.

Der Grundstein zur heutigen Haustechnik Wimmer GmbH wurde 1928 in Großweikersdorf gelegt. Was als Spenglereibetrieb begann, erweiterte sich um die Installations- und schließlich die Heizungstechnik. Heute bilden Heizung und Sanitär das Kerngeschäft, die Spenglerei ist nur noch Nebenleistung für Stammkunden. Stefan Wimmer kam als Quereinsteiger in das Unternehmen. Ursprünglich hatte er Bau- und Möbeltischler gelernt, später absolvierte er die Gesellenprüfungen für Gas- und Sanitärtechnik sowie Heizungstechnik und schließlich beide Meisterprüfungen. Als langjähriger Mitarbeiter kannte er den Betrieb bestens, als sich 2018 die Möglichkeit zur Selbstständigkeit ergab: Am 1. August übergab Anton Cvach das Unternehmen an Wimmer, der es in Haustechnik Wimmer GmbH umfirmierte. „Es war mir wichtig, dass unsere Mitarbeiter weiterhin ihre Arbeitsstelle im Ort haben und dass wir auch in der Ortschaft einen Installationsbetrieb haben“, erzählt Wimmer. Seit der Übernahme setzt er vor allem auf Effizienz, Qualität und Digitalisierung. Die Verbindung zur Gründerfamilie besteht bis heute: Angelika Dunst, Urenkelin des Firmengründers, ist nach wie vor im Unternehmen tätig. „Für mich ist es noch immer ganz stark der Familienbetrieb“, sagt sie.

Zettelwirtschaft ade

Wimmer stattete alle Mitarbeiter mit Tablets aus, verknüpfte Kalender, Zeiterfassung und Lohnverrechnung und schickt seine Monteure mit mobilen Handhelds auf die Baustelle. Arbeitsscheine werden bereits vor Ort digital geschrieben. Als Nächstes soll eine firmeneigene KI im Büro bei der Datenerfassung und die Monteure bei Arbeit und Fehlersuche unterstützen. Der Fachkräftemangel ist auch bei Wimmer angekommen. „Es ist extrem schwierig, qualifiziertes Fachpersonal oder auch geeignete Lehrlinge zu bekommen“, räumt er ein. Der Betrieb hat deshalb eine eigene Lernplattform aufgebaut, um Personal selbst weiterzuentwickeln. Investiert wird auch in die Gesundheit der fünf Monteure: Hebehilfen, Treppensteiger und ein Raupengerät für schwere Lasten erleichtern die Arbeit. Der Betrieb wurde u.a. dadurch mit dem Gütesiegel für Betriebliche Gesundheitsförderung ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wurde für den Zeitraum 2023 – 2025 erstverliehen und nun für 2026 – 2028 wieder erhalten.

Das große Ganze

„Wir haben nicht das eine Spezialgebiet – ich glaube, uns macht einzigartig, dass wir das gesamte Spektrum mit sehr viel Know-how abdecken können“, sagt Wimmer. Von Heizung und Sanitär über Wasseraufbereitung und Wohnraumlüftung bis zu Deckenkühlung und Fotovoltaik reicht das Angebot. „Unser Spezialgebiet ist das große Ganze, um alles im Auge zu haben und für unsere Kunden die bestmöglichen Lösungen zu finden.“
Rund 95 Prozent der Aufträge kommen von Privatkunden, zunehmend aber auch von Gewerbebetrieben und kommunalen Auftraggebern. Viele sind langjährige Stammkunden. Dunst sieht darin eine besondere Stärke: „Wir haben Stammkunden, deren Häuser wir über viele Generationen hinweg betreuen und mit ihren Eigenheiten kennen.“ Für Wimmer zählen persönliche Betreuung und Kommunikation auf Augenhöhe: „Eine ehrliche Antwort und keine Ausreden – so funktioniert’s.“

Ein Haus als Testlabor

Am 4. September eröffnete Wimmer die neue Firmenzentrale in Großweikersdorf. Am alten Standort fehlte es an Lagerfläche, die Einfahrt war zu schmal, das Büro nicht barrierefrei und die Lage direkt am Schulweg problematisch. Das neue Gebäude ist ebenerdig, staplerbefahrbar und energetisch konsequent geplant: mit Luft- und Erdwärme, 60-kWp-Photovoltaikanlage samt 60-kWh-Batteriespeicher, 20.000-Liter-Regenwasserzisterne und Hausautomatisation. Besonders beschäftigt Wimmer die Programmierung der Haussteuerung. „Man kann nur das maßgeschneidert programmieren, was man versteht“, sagt er. Weil ihm bei bestehenden Lösungen das heizungstechnische Feintuning fehlte, absolvierte er selbst Kurse – mittlerweile ist er Loxone Silber-Partner. Neue Lösungen, etwa die Kombination von Erdwärme-Flächenkollektoren mit Regenwasserversickerung, testet der Betrieb zunächst am eigenen Gebäude.

Planungssicherheit gefragt

Bei staatlichen Förderungen wünscht sich Wimmer mehr Verlässlichkeit. „Da bräuchte es mehr Planungssicherheit“, sagt er. Bei neuen Heizsystemen geht der Trend für ihn klar in Richtung erneuerbarer Lösungen: Die meisten Kunden entscheiden sich für Wärmepumpe oder Biomasse, zunehmend auch in Kombination mit Photovoltaik.

„Bei Wimmer!“

Für das 100-jährige Firmenjubiläum 2028 hat Wimmer ein klares Ziel: „Mein Ziel ist es, in den nächsten Jahren nicht nur irgendein Installateur zu sein, sondern DER Installateur – der Leuchtturm in der Region. Bei der Frage ‚Wo sollen wir hingehen? Wo sollen wir die Lehre machen?‘ soll es automatisch heißen: ‚Bei Wimmer!‘“ Sein Wunsch für die Zukunft: „Begeisterte Mitarbeiter, begeisterte Kunden – was will man mehr?“

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