Grünbeck bereitet Spülabwasser für Schwimmbäder auf

14.10.2026 | Installationstechnik, Slider

Bei der Reinigung von Schwimmbadfiltern fallen erhebliche Wassermengen an, die häufig ungenutzt abgeleitet werden. Eine Aufbereitungsanlage von Grünbeck soll diese Verluste reduzieren und zugleich den Energiebedarf im laufenden Betrieb senken.

Wasserverbrauch und Energiekosten zählen zu den wesentlichen Kostenfaktoren im Betrieb von Schwimmbädern und Freizeiteinrichtungen. Ein Ansatz zur Senkung des Ressourcenverbrauchs ist die Wiederverwendung von Spülabwasser, das bei der regelmäßigen Reinigung der Beckenwasserfilter anfällt. Die Grünbeck AG bietet dafür mit spaliQ eine Aufbereitungsanlage nach DIN 19645 an, die das Wasser in mehreren Verfahrensschritten behandelt und anschließend wieder dem Rohwasserkreislauf zuführt.

Durch die Rückgewinnung soll sich der Bedarf an Frischwasser verringern. Gleichzeitig können die Kosten für Wasserbereitstellung, Aufbereitung und Energie reduziert werden.

Mehrstufige Aufbereitung mit Membrantechnologie

Die Anlage sammelt das anfallende Spülabwasser zunächst in einem Behälter. Anschließend erfolgt eine mehrstufige Behandlung, bei der unterschiedliche Verunreinigungen entfernt werden.

Den ersten Schritt bildet eine Ultrafiltration, die Partikel und weitere zurückhaltbare Bestandteile aus dem Wasser entfernt. Danach wird freies Chlor mithilfe eines Aktivkohlefilters reduziert. Es folgt eine Entsalzungsstufe auf Basis der sogenannten Membrane Capacitive Deionization (MCDI).

Bei diesem elektrochemischen Verfahren werden gelöste Salze und andere ionische Bestandteile gezielt aus dem Wasser entfernt. Die Entsalzungsleistung lässt sich an die jeweiligen Anforderungen anpassen, sodass sowohl eine teilweise als auch eine weitgehende Entsalzung möglich ist.

Nach einer abschließenden Desinfektion wird das aufbereitete Wasser wieder in den Rohwasserkreislauf eingebunden. Optional kann auch die Säurekapazität angepasst werden.

Entsalzung soll weniger Energie benötigen

Eine Besonderheit der Anlage ist die eingesetzte MCDI-Technologie. Im Unterschied zu anderen Entsalzungsverfahren ermöglicht sie eine gezielte Einstellung der Leitfähigkeit des Wassers. Nach Herstellerangaben zeichnet sich das Verfahren zudem durch Chlorbeständigkeit und eine geringe Neigung zur Bildung von Ablagerungen aus.

Grünbeck gibt an, dass die MCDI-Technologie je nach Anwendung bis zu 75 Prozent weniger Energie als herkömmliche Entsalzungsverfahren benötigt. Wie hoch die tatsächliche Einsparung ausfällt, hängt unter anderem von der Wasserzusammensetzung, dem erforderlichen Entsalzungsgrad und den Betriebsbedingungen ab.

Für Schwimmbadbetreiber ist dabei nicht nur der Energiebedarf der einzelnen Aufbereitungsstufe relevant. Entscheidend ist, wie viel Frischwasser durch die Wiederverwendung ersetzt werden kann und welche Auswirkungen dies auf die Gesamtkosten der Wasseraufbereitung hat.

Referenzprojekt beim FC Augsburg

Welche Einsparungen durch die Modernisierung der Wasseraufbereitung möglich sind, zeigt ein Projekt in der WWK Arena des FC Augsburg. Dort wurde im Herbst 2023 die Wasseraufbereitung für ein Entspannungsbecken erneuert. Zum Einsatz kommt eine vollautomatische Anlage mit integrierter Spülabwasseraufbereitung von Grünbeck.

Nach Angaben zum Referenzprojekt können mit dem installierten Anlagenkonzept rund 70 Prozent des Füllwassers eingespart werden. Darüber hinaus werden ein um bis zu 35 Prozent geringerer Energieaufwand und eine Reduktion der Betriebskosten um etwa 20 Prozent angegeben.

Auch der Platzbedarf konnte laut Grünbeck gegenüber der zuvor eingesetzten Technik um rund 20 Prozent verringert werden.

Die Ergebnisse beziehen sich auf die konkrete Anlage in Augsburg. Sie sind daher nicht unmittelbar auf andere Schwimmbäder übertragbar, da unter anderem Beckengröße, Wasserqualität, Nutzungsintensität und technische Auslegung die möglichen Einsparungen beeinflussen.

Wasserwiederverwendung als Ansatz zur Kostensenkung

Die Spülabwasseraufbereitung richtet sich an Betreiber von Schwimmbädern, Wellnessanlagen und Sporteinrichtungen. Gerade bei Anlagen mit regelmäßigem Filterspülbedarf kann die Rückgewinnung von Wasser dazu beitragen, den Frischwasserverbrauch und die damit verbundenen Betriebskosten zu senken.

Für die Wirtschaftlichkeit sind neben den möglichen Wasser- und Energieeinsparungen allerdings auch die Investitionskosten sowie der Wartungs- und Betriebsaufwand der zusätzlichen Aufbereitungstechnik zu berücksichtigen.

Mit der Kombination aus Ultrafiltration, Aktivkohlebehandlung und MCDI-Entsalzung setzt Grünbeck auf ein Verfahren, das die Wiederverwendung von Spülabwasser unter Berücksichtigung der hygienischen Anforderungen ermöglichen soll. Wie groß der wirtschaftliche Nutzen ausfällt, muss für jede Anlage anhand der jeweiligen Betriebsbedingungen bewertet werden.

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