Panasonic Sortiment Kältemaschinen | © Panasonic
Die verschärfte EU-F-Gase-Verordnung beschleunigt den Umstieg auf Kältemittel mit geringem Treibhauspotenzial. Besonders betroffen sind Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel, in der Gastronomie, der Kühllogistik und der pharmazeutischen Lagerung. Panasonic sieht sich für diesen Wandel gerüstet: Der Hersteller entwickelt seit vielen Jahren Kältetechnik auf Basis des natürlichen Kältemittels CO₂ (R744) und verweist auf Energieeinsparungen gegenüber konventionellen Anlagen.
Auf der Chillventa 2026, die vom 13. bis 15. Oktober in Nürnberg stattfindet, rückt das Unternehmen die technischen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Kältemittelwechsels in den Mittelpunkt.
EU reduziert HFKW-Quoten ab 2027 deutlich
Die novellierte F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 sieht eine weitere deutliche Verknappung teilfluorierter Kohlenwasserstoffe (HFKW) vor. Die jährliche Quote sinkt ab 2027 von 42,9 auf 21,7 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Damit wird die Menge der neu auf den EU-Markt gebrachten HFKW-Kältemittel erheblich reduziert.
Für Betreiber bestehender Kälteanlagen kann dies steigende Kosten und eine schwierigere Beschaffung bestimmter Kältemittel bedeuten. Bei Neuanschaffungen gewinnen deshalb Systeme mit natürlichen Kältemitteln an Bedeutung.
Eine mögliche Alternative ist CO₂. Das als R744 bezeichnete Kältemittel besitzt ein Treibhauspotenzial (GWP) von 1 und liegt damit deutlich unter vielen synthetischen HFKW-Kältemitteln. Allerdings stellt der Einsatz von CO₂ aufgrund der hohen Betriebsdrücke besondere Anforderungen an Anlagenkomponenten und Systemauslegung.
Panasonic verweist auf langjährige Entwicklung
Panasonic begann bereits 2001 mit der Entwicklung eigener CO₂-Verdichter. Seit 2009 fertigt das Unternehmen in Japan entsprechende Verflüssigungssätze. Auf dem europäischen Markt ist Panasonic seit 2017 mit CO₂-Kälteanlagen vertreten.
„Wir haben nicht deshalb mit der Entwicklung von CO₂-Systemen begonnen, weil uns eine Frist dazu gezwungen hätte. Wir haben damit begonnen, weil wir lange vor der Regulierung erkannt haben, in welche Richtung sich die Branche entwickeln muss“, erklärt Enrique Vilamitjana, Geschäftsführer von Panasonic Heating & Air Conditioning Europe.
Das europäische Angebot umfasst mittlerweile Verflüssigungssätze für unterschiedliche Anwendungen in der gewerblichen Normal- und Tiefkühlung. Neben Produkten aus japanischer Fertigung baut Panasonic seine Produktionskapazitäten am Standort Breslau in Polen aus.
Untersuchungen zeigen geringeren Energieverbrauch
Neben dem niedrigen Treibhauspotenzial verweist Panasonic auf Effizienzvorteile seiner CO₂-Systeme. In Untersuchungen des Unternehmens in Japan wurden entsprechende Kälteanlagen mit invertergeregelten Systemen auf Basis des synthetischen Kältemittels R404A verglichen.
Nach Angaben des Herstellers lag der Energieverbrauch der untersuchten CO₂-Anlagen in der Tiefkühlung um 25,4 Prozent und in der Normalkühlung um 16,2 Prozent niedriger. Unter Berücksichtigung der Emissionen aus dem Energieverbrauch und möglichen Kältemittelverlusten ergab sich eine Reduktion der gesamten CO₂-Emissionen um 67 Prozent.
Die Ergebnisse beziehen sich auf die untersuchten Anlagen und Betriebsbedingungen. Sie lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf sämtliche Anwendungen oder andere synthetische Kältemittel übertragen. R404A, das lange in der gewerblichen Kältetechnik verbreitet war, unterliegt in der EU inzwischen weitreichenden Verwendungsbeschränkungen.
Wie CO₂-Kältetechnik in der Praxis eingesetzt wird, zeigt Panasonic anhand eines Projekts in Großbritannien. Der Eiscremehersteller Dunstaple Farm Ltd. in Devon nutzt einen CO₂-Verflüssigungssatz mit 20 PS Leistung für seine Kälteversorgung. Weitere Informationen bietet die Fallstudie von Panasonic.
Natürliche Kältemittel gewinnen an Bedeutung
CO₂ ist in der Kältetechnik keine neue Entwicklung. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gas in gewerblichen und industriellen Kälteanlagen eingesetzt. Ab den 1930er-Jahren verdrängten synthetische Kältemittel die Technologie zunehmend, unter anderem aufgrund ihrer niedrigeren Betriebsdrücke und einfacheren Handhabung.
Erst Fortschritte bei Verdichtern, Regelungstechnik und Anlagenkonzeption ermöglichten die breitere Rückkehr von R744 in moderne Kältesysteme.
Für Betreiber gewerblicher Kälteanlagen stellt sich heute vor allem die Frage, welche Technologie langfristig sowohl regulatorisch als auch wirtschaftlich tragfähig ist. Neben dem Treibhauspotenzial des Kältemittels sind dabei der tatsächliche Energieverbrauch, die Investitionskosten, die Wartung und die jeweiligen Betriebsbedingungen entscheidend.
Mit der weiteren Reduktion der HFKW-Quoten dürfte sich der Umstieg auf natürliche Kältemittel beschleunigen. Die Chillventa 2026 bietet der Branche Gelegenheit, entsprechende Lösungen und ihre Einsatzmöglichkeiten zu vergleichen.
Weitere Informationen zu den emissionsarmen Lösungen von Panasonic für Heizung, Klima und Kälte finden Sie unter https://aircon.panasonic.eu/
Quellen:
(1) Verordnung (EU) 2024/573 (F-Gase-Verordnung): https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/573/oj/eng
(2) Panasonic Newsroom: https://news.panasonic.com/global/stories/809
(3) Europäische Kommission – Climate Action: https://climate.ec.europa.eu/eu-action/fluorinated-greenhouse-gases/climate-friendly-alternatives-hfcs_en
(4) ASHRAE:https://www.ashrae.org/File%20Library/About/Mission%20and%20Vision/ASHRAE%20and%20Industry%20History/The-Rise-and-Fall-of-Carbon-Dioxide-Systems.pdf
