Michael Bayer - Mitgründer von PlusMarie | © Michael Bayer
Für viele Betriebe war Ratenzahlung bisher ein einfaches Verkaufsargument. Eine neue Heizung oder ein neues Bad kostet schnell einen fünfstelligen Betrag. Kunden sagen leichter zu, wenn sie nicht alles auf einmal zahlen müssen. Solange der Betrieb dafür nichts verlangt hat, hat ein Handschlag gereicht.
Damit ist nun Schluss. Wer einem Konsumenten mehr als 50 Tage nach der Leistung Zeit zum Zahlen gibt, ist nun rechtlich Kreditgeber. Ein Beispiel: Die Heizung wird Anfang Dezember eingebaut, der Kunde zahlt je ein Drittel Anfang Dezember, Jänner und Februar. Die letzte Zahlung liegt mehr als 50 Tage nach der Leistung. Der Betrieb muss dann formal die Bonität des Kunden prüfen und dokumentieren. Dazu standardisierte Vorabinformationen übergeben und auch ein Vertrag mit gesetzlichen Mindestinhalten wird nötig. Zu guter Letzt steht dem Konsumenten ein Rücktrittsrecht von 14 Tagen zu. Bei Verstößen drohen Verwaltungsstrafen bis zu 10.000 Euro.
Das Ziel ist nachvollziehbar: Konsumenten sollen vor Überschuldung geschützt werden. Der Aufwand ist aber erheblich, vor allem für kleine Betriebe. Dazu kommt: Die Bundesförderung für den Heizungstausch sinkt von maximal 30% auf maximal 20% der Investitionskosten.
Betriebe haben im Wesentlichen drei Möglichkeiten: volle Zahlung binnen 50 Tagen, eine eigene Kreditabteilung oder die Finanzierung über eine Bank. Für den dritten Weg gibt es mehrere Anbieter. Einer davon ist PlusMarie, das ich mitgegründet habe.
Mit PlusMarie können Betriebe in ganz Österreich ihre Leistungen gegen monatliche Raten anbieten, ohne selbst zum Kreditgeber zu werden. Der Betrieb bekommt das ganze Geld sofort, und der Kunde zahlt bequem in Raten. Über unsere Partnerbanken suchen wir für den Kunden das günstigste Angebot. Der Betrieb bleibt jederzeit informiert, wie es um die Finanzierung steht.
In meinen Gesprächen mit Betrieben merke ich: Nach dem Leasing beim Autokauf und der Ratenzahlung im Möbelhaus wird Finanzierung auch im Handwerk wichtiger. Bei steigenden Preisen und sinkenden Förderungen entscheidet sie immer öfter darüber, ob ein Auftrag zustande kommt.
Gastkommentar von Michael Bayer (PlusMarie GmbH)
