Raumluft: Richtig lüften in der Erkältungssaison

07.10.2026 | Klima / Lüftung, Slider

Regelmäßiges Lüften und eine ausgewogene Luftfeuchtigkeit verbessern das Raumklima. WOLF erklärt, worauf in der Erkältungssaison zu achten ist.

Mit Beginn der Heizperiode rückt die Qualität der Raumluft wieder stärker in den Fokus. In Klassenzimmern, Büros und Wohngebäuden können sich bei unzureichendem Luftaustausch unter anderem CO₂ und potenziell virenhaltige Aerosole anreichern. Gleichzeitig kann sehr trockene Raumluft die Schleimhäute belasten.

Für Räume ohne ausreichende mechanische Lüftung bleibt deshalb regelmäßiges Fensterlüften eine einfache Möglichkeit, verbrauchte Raumluft gegen Außenluft auszutauschen. Entscheidend ist dabei weniger ein dauerhaft gekipptes Fenster als ein kurzer und intensiver Luftwechsel.

„Gutes Raumklima trägt – gerade in der Erkältungssaison – ebenso wie das regelmäßige Hände waschen, zu einem wirksamen Schutz für unsere Gesundheit bei. Erst das Zusammenspiel aus regelmäßiger Frischluftzufuhr, optimaler Luftfeuchtigkeit und der richtigen Raumtemperatur senkt das Ansteckungsrisiko“, sagt Martin Kloboucnik, Co-CEO von WOLF Klima- und Heiztechnik.

Stoßlüften statt dauerhaft gekippter Fenster

Wie lange gelüftet werden muss, hängt unter anderem von Außentemperatur, Raumgröße, Belegung, Fensterflächen und Wind ab. Im Winter können laut WOLF etwa drei bis fünf Minuten intensives Stoßlüften ausreichen. Bei milderen Temperaturen dauert der vollständige Luftaustausch entsprechend länger.

Besonders schnell funktioniert dieser beim Querlüften, wenn gegenüberliegende Fenster und Türen vollständig geöffnet werden. Dauerhaft gekippte Fenster sind dagegen während der Heizperiode wenig sinnvoll: Der Luftwechsel erfolgt langsamer, während Räume und angrenzende Bauteile stärker auskühlen können.

Auch die Nutzung des Raumes bestimmt die notwendige Lüftungsfrequenz. Für Klassenzimmer ohne ausreichende Lüftungsanlage empfiehlt das deutsche Umweltbundesamt während des Unterrichts beispielsweise alle 20 Minuten sowie zusätzlich in den Pausen zu lüften. CO₂-Messgeräte können einen Hinweis darauf geben, wann ein Luftaustausch erforderlich ist. Die Virenbelastung selbst erfassen sie allerdings nicht.

Trockene Raumluft im Blick behalten

Neben dem Luftaustausch spielt die relative Luftfeuchtigkeit eine Rolle. WOLF verweist auf wissenschaftliche Untersuchungen, wonach Influenza-A-Viren unter sehr trockenen Bedingungen länger infektiös bleiben können. Eine weitere Untersuchung in nicht mechanisch belüfteten Klassenräumen stellte bei weniger als 40 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit eine höhere Exposition gegenüber luftgetragenen Viruspartikeln fest.

Die Ergebnisse lassen sich zwar nicht unmittelbar auf jede Innenraumsituation übertragen, zeigen aber die Bedeutung der Luftfeuchtigkeit als Bestandteil des Raumklimas. Kontrollieren lässt sie sich vergleichsweise einfach mit einem Thermo-Hygrometer.

Wo Fensterlüftung nicht ausreicht oder ein kontinuierlicher Luftwechsel gewünscht ist, können mechanische Lüftungssysteme übernehmen. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung führt permanent gefilterte Außenluft zu und transportiert verbrauchte Raumluft ab.

Raumluft wird auch am Arbeitsplatz zum Thema

Dass die Qualität der Raumluft nicht nur für die Erkältungssaison relevant ist, zeigt laut WOLF auch eine 2025 durchgeführte IMAS-Studie. Demnach sieht die Mehrheit der Erwerbstätigen einen positiven Zusammenhang zwischen guter Raumluft und Leistungsfähigkeit, Konzentration sowie Wohlbefinden. Gleichzeitig sei weniger als die Hälfte der überwiegend in Innenräumen arbeitenden Beschäftigten mit Luft beziehungsweise Temperatur am Arbeitsplatz zufrieden.

Samantha Waltenberger, Geschäftsführerin von WOLF Klima- und Heiztechnik und Vorstandsmitglied des Vereins Zukunft Luft Austria, sieht deshalb auch regulatorischen Handlungsbedarf: „Österreich hinkt beim Thema gesunde Raumluft hinterher – in der Bevölkerung ist dies angekommen, jedoch in der Umsetzung noch eher weniger. Dabei ist gesunde Raumluft keine Frage des Komforts, sondern einer nachhaltigen Gesundheit – und sie muss endlich gesetzlich verankert werden.“

Mit Beginn der Heizperiode wird damit nicht nur die Raumtemperatur zur gebäudetechnischen Aufgabe. Luftwechsel, Luftfeuchtigkeit und die eingesetzte Lüftungstechnik bestimmen gemeinsam, wie sich das Raumklima während der kalten Jahreszeit entwickelt.

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