v.li.: Jorge Llorente Cachorro, Tobias Gotthardt, Simone Schmiedtbauer sowie José Almodovar. | © WERN
Die Steiermark hat gemeinsam mit Bayern sowie den spanischen Regionen Kastilien-La Mancha und Kastilien-León das Wood Energy Regions Network (WERN) gegründet. Das neue Netzwerk wurde am 9. September in Brüssel ins Leben gerufen und soll die Interessen von Regionen mit einer starken Nutzung von Holzenergie auf europäischer Ebene bündeln.
Im Mittelpunkt stehen der Erfahrungsaustausch und eine stärkere Berücksichtigung regionaler Voraussetzungen in der europäischen Energiepolitik. Die vier Gründungsregionen unterscheiden sich hinsichtlich Waldstrukturen, Energiesystemen und Nutzung der verfügbaren Biomasseressourcen, sehen in der Holzenergie aber jeweils einen relevanten Bestandteil ihrer Energieversorgung.
„Holzenergie ist und bleibt der zentrale Stützpfeiler der Energiewende“, sagte die steirische Landesrätin Simone Schmiedtbauer bei der Gründung. Das Netzwerk setzt sich dafür ein, den Beitrag der Bioenergie zur Energiewende stärker in europäischen Entscheidungen zu berücksichtigen.
Holz deckt 22 Prozent des steirischen Energiebedarfs
Die Bedeutung der Holzenergie fällt in den beteiligten Regionen unterschiedlich aus. In der Steiermark sind 62 Prozent der Landesfläche bewaldet. Holz deckt laut den Angaben zur Netzwerkgründung bereits 22 Prozent des Energiebedarfs.
In Bayern werden demnach rund zwei Millionen Wohnungen und damit fast ein Viertel der Haushalte mit Holz beheizt. Kastilien-León verfügt über rund fünf Millionen Hektar Wald und erzeugt etwa ein Drittel der spanischen Holzpellets. Kastilien-La Mancha wiederum sieht eine aktive Waldbewirtschaftung auch als Instrument für Regionen mit hohem Waldbrandrisiko.
WERN will diese unterschiedlichen Erfahrungen zusammenführen. Neben Wärme- und Stromerzeugung sollen dabei auch Energieversorgungssicherheit, nachhaltige Waldbewirtschaftung und regionale Wertschöpfung eine Rolle spielen.
Netzwerk kritisiert bürokratische Hürden
Bei einer Expertenrunde zur Gründung diskutierten unter anderem EU-Parlamentarier Alexander Bernhuber, Eric van den Heuvel von IEA Bioenergy, Marlene Mortler, Vorsitzende des Bundesverbandes Bioenergie, und Andreas Steinegger, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, über die Rahmenbedingungen für Holzenergie in Europa.
Als Hemmnis für die weitere Entwicklung wurde dabei insbesondere der bürokratische Aufwand auf regionaler Ebene thematisiert.
Christoph Pfemeter, Präsident von Bioenergy Europe, verwies zugleich auf die regional sehr unterschiedliche Bedeutung der Bioenergie. „Die Bioenergie löst viele Herausforderungen, vor denen wir stehen“, sagte Pfemeter.
Während ihr Anteil am europäischen Energiemix insgesamt begrenzt erscheinen könne, erreiche Holzenergie in einzelnen Regionen bereits bis zu einem Drittel des Energiebedarfs.
WERN soll um weitere Regionen wachsen
Das Netzwerk soll nicht auf die vier Gründungsmitglieder beschränkt bleiben. Die beteiligten Regionen und Bioenergy Europe wollen weitere europäische Regionen für eine Mitarbeit gewinnen.
Damit soll WERN künftig nicht nur als Plattform für den Austausch über Holzenergie und Waldbewirtschaftung dienen, sondern regionale Erfahrungen und Anforderungen auch gebündelt in die energiepolitische Diskussion auf EU-Ebene einbringen.
