Mit längeren Hitzeperioden steigen auch die Anforderungen an Wohngebäude. | © Techem
Die aktuelle Hitzewelle verdeutlicht einmal mehr, wie stark steigende Temperaturen den Gebäudebetrieb verändern. Mit dem neuen Hitzeatlas analysiert Techem die Entwicklung des Kühlbedarfs in Österreich seit 1980. Das Ergebnis: Vor allem im Osten des Landes nimmt die Hitzebelastung deutlich zu – und damit auch die Anforderungen an Gebäude, Technik und Energiemanagement.
Kühlbedarf steigt seit Jahrzehnten
Grundlage der Auswertung sind sogenannte Kühlgradtage (Cooling Degree Days, CDD). Sie geben an, wie häufig und intensiv hohe Außentemperaturen einen zusätzlichen Kühlbedarf verursachen.
Während Österreich 1980 im Durchschnitt noch 1,44 Kühlgradtage verzeichnete, lag dieser Wert 2025 bereits bei 25,39. Besonders betroffen sind Regionen, in denen Gebäude auch nachts kaum mehr ausreichend auskühlen und natürliche Lüftung an ihre Grenzen stößt.
Osten Österreichs besonders betroffen
Der Hitzeatlas zeigt ein deutliches Ost-West-Gefälle. Die höchsten Werte wurden 2025 in Wien sowie im Burgenland und Teilen Niederösterreichs ermittelt.
Die zehn Regionen mit dem höchsten Kühlbedarf sind:
- Wien
- Nordburgenland
- Wiener Umland/Südteil
- Wiener Umland/Nordteil
- Weinviertel
- St. Pölten
- Südburgenland
- Linz-Wels
- Klagenfurt-Villach
- West- und Südsteiermark
Gebäude müssen auf Hitze vorbereitet werden
Mit längeren Hitzeperioden steigen auch die Anforderungen an Wohngebäude, Büros und öffentliche Einrichtungen. Innenräume heizen sich stärker auf und geben die Wärme über Nacht zunehmend schlechter ab.
„Hitze und ihre Regulierung werden immer mehr zu einer zentralen Herausforderung im Gebäudebetrieb“, sagt Karl Moll, Geschäftsführer der Techem Messtechnik GmbH in Österreich. „Es ist deshalb entscheidend, die Auswirkungen dieser Entwicklung transparent zu machen und Gebäude datenbasiert so zu steuern, dass Komfort und Effizienz auch bei steigenden Temperaturen gewährleistet bleiben. Wir müssen gemeinsam die Basis dafür schaffen, dass ein hoher Energieaufwand dabei vermieden werden kann – mit entsprechender Planung und dem klugen Einsatz moderner Technologie.“
Daten als Grundlage für den Gebäudebetrieb
Nach Einschätzung von Techem wird der Umgang mit Hitze künftig zu einer zentralen Aufgabe für Wohnungswirtschaft, Gebäudebetreiber und Kommunen. Datenbasierte Analysen können dabei helfen, Gebäude gezielt an steigende Temperaturen anzupassen und den Energieeinsatz für Kühlung effizient zu steuern.
Der Hitzeatlas macht deutlich, dass thermischer Komfort künftig stärker in Planung, Sanierung und Betrieb von Gebäuden berücksichtigt werden muss. Moderne Gebäudetechnik und intelligente Steuerungssysteme gewinnen damit weiter an Bedeutung.
