Moderne Wandinnengeräte wie Panasonic Etherea fügen sich unauffällig in Wohnräume ein. Für den Heizbetrieb entscheidend ist eine Luftführung, die warme Luft gezielt in die Aufenthaltszone bringt. | © Panasonic
In Skandinavien ist das Heizen mit Raumklimageräten seit Jahren Alltag. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe nutzt Außenluft als Energiequelle und bringt die Wärme direkt über ein oder mehrere Innengeräte in die Räume. Der zentrale Unterschied zur Luft/Wasser-Wärmepumpe: Die Wärme wird nicht über Heizwasser verteilt, sondern direkt über Luft in den Raum eingebracht.
Bei Luft/Wasser-Wärmepumpen denken Heizungsbauer in Heizlast, Vorlauftemperatur, Hydraulik, Heizflächen und Speichertechnik. Bei Luft/Luft-Wärmepumpen verschiebt sich der Fokus: Es gibt keinen Heizkreis und keine Vorlauftemperatur. Jeder zuverlässig beheizte Raum braucht entweder ein eigenes Innengerät oder einen funktionierenden Luftverbund. Deshalb beginnt die Auslegung raumweise. Für jeden Raum ist die Heizlast zu berechnen oder sorgfältig abzuschätzen. Dabei zählen Gebäudehülle, Fensterflächen, Lüftungsverhalten, Grundriss und gewünschte Raumtemperaturen. Kleine Wohneinheiten mit offenen Wohn-Ess-Bereichen, wie in Ferienhäusern oder kleinen Bungalows eignen sich besonders gut. Schwieriger wird es bei stark unterteilten Grundrissen, innenliegenden Räumen ohne Luftverbund, dauerhaft geschlossenen Türen oder sehr hoher Heizlast.
Besonders wichtig ist die Platzierung der Innengeräte im Heizbetrieb. Warme Luft steigt bekanntlich nach oben. Ein im oberen Wandbereich montiertes Wandgerät, das waagrecht ausbläst, erwärmt zunächst die Deckenzone. Deshalb muss der Luftstrahl im Heizbetrieb gezielt nach unten geführt werden, damit die Wärme die Aufenthaltszone erreicht. Moderne Innengeräte mit automatischer Lamellensteuerung, wie sie in der Panasonic Etherea Z-Serie (siehe Bild oben) verwendet wird, können diese Anpassung abhängig vom Betriebsmodus selbstständig vornehmen. Als grober Montagehinweis gelten etwa 20 bis
30 cm Abstand zur Decke. Das Gerät sollte so sitzen, dass der Luftstrom nicht direkt in den Kopfbereich bläst, aber auch nicht durch Vorhänge, Regale, Nischen oder hohe Möbel behindert wird. In länglichen Räumen soll die Position die Raumtiefe und kalte Zonen an Außenwänden oder Fensterflächen erfassen.
Multisplit-Auslegung: Gleichzeitigkeit separat betrachten
Bei Multisplitanlagen kommt ein weiterer Planungspunkt hinzu: die Gleichzeitigkeit. Die Summe der Innengeräteleistungen darf häufig höher sein als die Leistung des Außengeräts, weil nicht alle Räume gleichzeitig maximale Leistung benötigen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Innengeräte beliebig kombiniert werden können. Kombination, Anschlussleistung, Leitungslängen und Betriebsgrenzen müssen zur Herstellerfreigabe passen. Für die Auslegung heißt das: Erst die raumweisen Lasten und Nutzungsprofile prüfen, dann die Innengeräte wählen und daraufhin das passende Außengerät zuordnen.
Kältemittelleitungen statt Hydraulik
Ein wesentlicher Unterschied zur Luft/Wasser-Wärmepumpe liegt in der Leitungsplanung. Bei Luft/Luft-Split- und Multisplitanlagen verbindet jedes Innengerät ein Kältemittelleitungspaar mit dem Außengerät. Leitungslängen, Höhenunterschiede, Leitungswege, Wanddurchführungen und Nachfüllmengen müssen deshalb bereits in der Angebotsphase geprüft werden. Hersteller geben maximale Leitungslängen je Innengerät, zulässige Gesamtleitungslängen, Mindestleitungslängen, Höhenversatz sowie vorgefüllte Leitungslängen vor. Auch die elektrische Einbindung sollte früh abgestimmt werden. Viele Multisplitanlagen werden zentral am Außengerät eingespeist; die Innengeräte werden dann über die Verbindungsleitung mit Spannung und Steuerinformationen versorgt. Der Außengerätestandort entscheidet über Effizienz, Betriebssicherheit und Akzeptanz. Das Gerät braucht freie Ansaugung und freien Ausblas. Enge Schächte, schlecht belüftete Nischen oder niedrige Vordächer sind zu vermeiden. Im Heizbetrieb fällt Abtauwasser an. Dieses muss sicher abgeführt werden, damit keine Eisflächen, Feuchteschäden oder Reklamationen entstehen. Bei Wandmontage sind Tragfähigkeit, Körperschallentkopplung und Schwingungsübertragung zu beachten; bei Bodenaufstellung zählen Fundament, Schneehöhe, Schwingungsdämpfer, Kondensatableitung. Auch Schall ist ein Parameter.
Luftqualität als Zusatznutzen
Ein Aspekt, der bei der Planung oft unterschätzt wird: Im Winter verbringen Menschen den Großteil ihrer Zeit in geschlossenen Räumen. Gelüftet wird wenig, die Luftfeuchtigkeit schwankt, und Schadstoffe sowie Allergene reichern sich in der Raumluft an. Klassische Heizkörper oder Fußbodenheizungen haben keinen Einfluss auf die Luftqualität – Raumklimageräte mit integrierter Luftreinigung hingegen schon. Die in den Etherea Z-Innengeräten von Panasonic verbaute nanoe™ X-Technologie arbeitet nicht mit mechanischer Filtration, sondern erzeugt Hydroxylradikale, wie sie auch nach einem reinigenden Gewitter in der Natur vorkommen. Diese werden in die Raumluft abgegeben und tragen dazu bei, bestimmte Schadstoffe, Gerüche und Allergene in der Luft sowie auf Oberflächen zu reduzieren. Ein besonderer Vorteil aus Nutzersicht ist, dass die nanoe™ X-Funktion unabhängig vom Heiz- oder Kühlbetrieb aktiviert werden kann und somit auch dann zur Luftaufbereitung beiträgt, wenn keine aktive Temperierung erforderlich ist. Für Heizungsinstallateure bietet das ein Verkaufsargument: Das Gerät heizt nicht nur, es verbessert gleichzeitig das Raumklima. Gerade für Kunden mit Allergien, kleinen Kindern oder einem erhöhten Hygienebewusstsein ist das ein relevantes Argument – und eines, das kein klassisches Heizsystem bieten kann.
„Moderne Klimageräte sind längst mehr als reine Kühllösungen: Als Luft/Luft-Wärmepumpen können sie in der Übergangszeit effizient heizen und kühlen. Sie reagieren schnell auf wechselnde Temperaturen und bringen die Wärme direkt in den Raum“, sagt Roland Kerschbaum, Verkaufsleiter Panasonic Heating & Cooling Solutions Europe für Österreich und die Schweiz.
Vergleich Luft/Wasser gegen Luft/Luft
Angenommen, ein Einfamilienhaus aus den 1980er Jahren soll modernisiert werden: Ein eingeschossiger Bungalow mit etwa 80 m² Wohnfläche, drei Räumen plus Bad und Hausgang, Außenwände mit nachträglicher Dämmung, neue Fenster und Heizkörper aus der Erstinstallation. Die berechnete Heizlast liegt bei 4,2 kW. Die alte Gasheizung soll ersetzt werden, Warmwasser wird zentral bereitet.
Für den Bungalow mit vier Räumen bietet sich ein Multisplit-System mit zwei bis drei Innengeräten an: eines im Wohnbereich, eines im Schlafzimmer, eventuell eines im zweiten Schlafzimmer. Bad und Hausgang werden über die Luftzirkulation aus den angrenzenden Räumen mittemperiert – was bei einem Bungalow mit kurzem Hausgang und offener Raumstruktur in der Regel gut funktioniert.
Das Power Heat Multi Außengerät von Panasonic liefert bis zu 4,3 kW (3-Raum-Modell) und deckt die Heizlast des Gebäudes ab. Die Warmwasserbereitung übernimmt eine Aquarea Brauchwasser-Wärmepumpe von Panasonic mit 150 oder 200 Litern Speicher. Die Heizkörper können vollständig entfallen. Der Installationsaufwand ist deutlich geringer: kein Pufferspeicher, keine Verrohrung im Haus, keine Hydraulik. Die Gesamtinvestition liegt zwischen 8.000 und 14.000 Euro.
Fazit: Wer ein bestehendes wassergeführtes Heizsystem weiter nutzen will, kommt an einer Luft/Wasser-Wärmepumpe kaum vorbei. Wer dagegen ohnehin saniert, keinen Keller hat oder den Installationsaufwand minimieren möchte, findet in der Kombination aus Luft/Luft-Wärmepumpe und Brauchwasser-Wärmepumpe eine wirtschaftlich attraktive, technisch vollwertige Alternative. Besonders bei kleinen, mittleren Gebäuden, offenen Grundrissen, Nachrüstungen oder Modernisierungen mit begrenztem Eingriff können Luft/Luft-Wärmepumpen attraktiv sein. Entscheidend sind eine raumweise Auslegung, korrekte Kältemittelleitungsplanung, geeignete Innengeräteplatzierung und die separate Betrachtung der Warmwasserbereitung.
